{"id":75,"date":"2007-08-30T16:56:00","date_gmt":"2007-08-30T14:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.imketurau.de\/?p=75"},"modified":"2017-09-19T13:53:53","modified_gmt":"2017-09-19T11:53:53","slug":"ueber-30-000-kindern-auf-die-welt-geholfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.imketurau.de\/?p=75","title":{"rendered":"\u00dcber 30.000 Kindern auf die Welt geholfen"},"content":{"rendered":"<h2>Respektvoller Umgang mit den Patienten 30 Jahre konsequent umgesetzt<\/h2>\n<p>Henstedt-Ulzburg &#8211; Dr. Reinhart M\u00fcller sitzt vor mir mit seinem typischen, warmen L\u00e4cheln, gleichzeitig erwartungsvoll, was jetzt wohl kommen mag. Der Chefarzt der Gyn\u00e4kologischen Abteilung der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg\/Kaltenkirchen hat \u00d6ffentlichkeitsarbeit bislang eher gemieden. Doch jetzt gibt es einen aktuellen Anlass: Dr. Reinhart M\u00fcller verl\u00e4sst zum Jahresende nach 30 Jahren die Klinik in Henstedt-Rhen.<\/p>\n<h2>Achtung und Respekt f\u00fcr die Patienten<\/h2>\n<p>Seine Karriere in Henstedt-Ulzburg begann eigentlich im Amtsgericht am 18. Oktober 1977. Dr. Krukemeyer ersteigerte die damalige Nordland-Klinik und verpflichtete den erst 33j\u00e4hrigen Dr. Reinhart M\u00fcller umgehend als Chefarzt der Gyn\u00e4kologischen Abteilung. Waren es anfangs 280<br \/>\nGeburten, so steigerten Dr. M\u00fcller und sein hochmotiviertes Team die Anzahl bereits nach vier bis f\u00fcnf Jahren auf 1.000 Geburten pro Jahr. Einzigartig in Deutschland ist der Einsatz des sogenannten Geburtsspartels. Von einem seiner Freunde, der als Gyn\u00e4kologe in S\u00fcdamerika t\u00e4tig ist, entwickelt, \u00fcbernahm Dr. M\u00fcller dieses Hilfsmittel begeistert f\u00fcr seinen Aufgabenbereich. Dr. M\u00fcller ist in all den Jahren immer offen f\u00fcr Neuerungen geblieben, wollte den starren Klinikalltag vermeiden. <\/p>\n<p>Sein gro\u00dfer Wunsch war es, im Betrieb der Paracelsus Klinik &#8222;Schweizer Niveau&#8220; zu leben. Das bedeutet, dass die pers\u00f6nliche Betreuung des Patienten immer im Vordergrund steht. &#8222;Es kann nicht sein, dass mir per Vorschrift im Klinikalltag ganze f\u00fcnf Minuten Zeit einger\u00e4umt werden, damit ich einer Frau mitteilen kann, dass sie Brustkrebs hat&#8220;, emp\u00f6rt sich Dr. M\u00fcller. Die Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen machen den t\u00e4glichen Ablauf eines Krankenhauses unmenschlich. <\/p>\n<p>F\u00fcr Dr. Reinhart M\u00fcller ist und war der respektvolle Umgang mit dem Patienten immer wichtig. &#8222;Die Menschen kommen mit gro\u00dfer Angst in die Klinik, sind durch ihre Krankheit aus der Bahn geworfen. Hier sind dann Arzt und Pflegepersonal gefragt, sie erst einmal aufzufangen. Nur wenn die Angst weicht und Vertrauen zur\u00fcckkehrt, ist Heilung m\u00f6glich.&#8220; Wie sehr Dr. M\u00fcller bereit war, auch ungew\u00f6hnliche Wege zu gehen, stellte er immer wieder unter Beweis. Ende der 70er Jahre praktizierte er in dieser Region als erster das &#8222;rooming in&#8220;. Die Neugeborenen durften pl\u00f6tzlich bei ihren M\u00fcttern im Zimmer bleiben. Was bis dahin unm\u00f6glich war, wurde von den Frauen mit offenen Armen begr\u00fc\u00dft. Nicht zuletzt durch die Zunahme der Migranten und die &#8222;freien 70er Jahre&#8220; kamen ganz neue Geb\u00e4rmethoden auf den Chefarzt zu. Die Frauen wollten ihre Kinder auf dem Fu\u00dfboden oder in der Badewanne bekommen. Dr. Reinhart M\u00fcller lie\u00df sich nur zu gerne darauf ein. Es wurden eigens f\u00fcr die Paracelsus Klinik Entbindungsmatten mit Schaumstoffkernen entwickelt, die es den Frauen bequemer und leichter machten. <\/p>\n<p>Als &#8222;Symbiose aus fachlicher Qualit\u00e4t und stimmiger menschlicher Begegnung&#8220; bezeichnet Dr. M\u00fcller seinen langj\u00e4hrigen Kollegen Dr. Tobias Zeiser. Die Jahre der Zusammenarbeit empfindet er als seine beste Zeit an der Klinik. Dr. Zeiser ist schon seit Jahren ein von ihm gew\u00fcnschter und avisierter Nachfolger f\u00fcr den Posten des Chefarztes der Gyn\u00e4kologie. Vor acht Jahren fing Dr. M\u00fcller an, Behandlungen auf Wunsch der Patienten in besonders schwierigen und austherapierten F\u00e4llen von der Heilerin Imke Turau begleiten zu lassen. Bei schweren Traumatisierungen arbeitete er mit der Quickbornerin Hand in Hand. Er lie\u00df sich darauf ein, f\u00fcr sein Ziel Heilmethoden anzuwenden, die auch die momentane schulmedizinische Wissenschaft komplett au\u00dfen vor l\u00e4sst. Auch dieses Angebot folgt dem Vorbild &#8222;Schweizer Kliniken&#8220;.<\/p>\n<h2>Keine &#8222;Halbg\u00f6tter in Weiss&#8220;<\/h2>\n<p>Dr. M\u00fcller hat es vor Jahren selbst erfahren, was es hei\u00dft, Schmerzpatient zu sein. Danach stand f\u00fcr ihn fest: &#8222;Gerade ein kranker Mensch braucht ganz besondere Betreuung. Ihm hilft es in solch einer Situation wenig, wenn ein Halbgott in Wei\u00df am Bett steht.&#8220; Die Paracelsus Klinik konnte seines Erachtens immer mit dem Pfunde wuchern, dass sie zu den kleineren H\u00e4usern geh\u00f6rt. Dem Patienten Geborgenheit zu vermitteln, Krebskranke aufzufangen, Verst\u00e4ndnis zu zeigen: mit diesem Grundgedanken pr\u00e4gte Dr. Reinhart M\u00fcller sein Team. &#8222;Das war immer mein gr\u00f6\u00dftes Anliegen und ich w\u00fcnsche mir sehr, dass dieser Geist auch nach meinem Ausscheiden erhalten bleiben m\u00f6ge!&#8220; Er hat seiner Aufgabe als Chefarzt der Gyn\u00e4kologie stets Gutes abgewinnen k\u00f6nnen. &#8222;Die Geburt eines Menschen ist etwas ganz Besonderes, etwas sehr, sehr Sch\u00f6nes. Rund 30.000 Babys habe ich bisher auf die Welt geholfen.&#8220; Die Zufriedenheit auf seinem Gesicht unterstreicht die Aussage trefflich. Inzwischen hat er \u00fcber die Jahre seiner T\u00e4tigkeit vier Generationen aus einer Familie begleiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Perle an seiner Seite<\/h2>\n<p>Einer Frau an seiner Seite im Klinikalltag dankt er ganz besonders. Ute Barth, anf\u00e4nglich als Sekret\u00e4rin eingestellt, entwickelte sich im Laufe der Jahre durch ihre Erfahrung, pers\u00f6nlichen Einsatz und warmherzige Art zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen Patient und Klinik. Sie &#8222;fertigte nie einen Kranken einfach nur ab&#8220;. In all den Jahren wurde sie f\u00fcr Dr. M\u00fcller unverzichtbar. Was nehmen Sie mit aus 30 Jahren Klinkarbeit? Die Antwort auf diese Frage kommt klar und direkt: &#8222;Jede Geburt war f\u00fcr mich ein pers\u00f6nliches Erfolgserlebnis. Wir haben Menschen, die durch eine Krankheit den Boden unter den F\u00fc\u00dfen verloren hatten, operiert und Wege aufgezeigt, die \u00fcber die normale Schulmedizin weit hinaus gehen. Mit plastischer Chirurgie haben wir Patienten zu neuer Lebensqualit\u00e4t verhelfen k\u00f6nnen. Ich habe nie nur einfach meinen Job gemacht &#8211; wobei das ganze Team stets hinter mir gestanden hat. Daf\u00fcr bin ich sehr, sehr dankbar.&#8220;<\/p>\n<h2>Nachtarbeit und Wochenenddienst<\/h2>\n<p>Dr. Reinhart M\u00fcller ist jetzt 62 Jahre alt und steckt voller Vitalit\u00e4t. Klinikdienst, Nacht- und Wochenendschichten seien zwar nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, wie er selbst sagt. Denn das war f\u00fcr ihn der Hauptgrund, den Dienst an der Paracelsus-Klinik zum 31. Dezember 2007 zu beenden. &#8222;Meinem Nachfolger w\u00fcnsche ich Spa\u00df und Freude an seinem Beruf und ganz viel Energie.&#8220; Das Strahlen in den Augen best\u00e4tigt seine Aussage, mit der er das Interview beendet: &#8222;Ich freue mich schon jetzt auf alle neuen Aufgaben, die auf mich warten.&#8220;<\/p>\n<p>Brigitte Renk<br \/>\nErschienen in: UMSCHAU 30.8.2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Respektvoller Umgang mit den Patienten 30 Jahre konsequent umgesetzt Henstedt-Ulzburg &#8211; Dr. Reinhart M\u00fcller sitzt vor mir mit seinem typischen, warmen L\u00e4cheln, gleichzeitig erwartungsvoll, was jetzt wohl kommen mag. Der Chefarzt der Gyn\u00e4kologischen Abteilung der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg\/Kaltenkirchen hat \u00d6ffentlichkeitsarbeit bislang eher gemieden. Doch jetzt gibt es einen aktuellen Anlass: Dr. Reinhart M\u00fcller verl\u00e4sst zum Jahresende nach 30 Jahren die Klinik in Henstedt-Rhen. 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